Kurzdefinition Problem?

Etwas, das anders ist, als wir es uns wünschen.

Häufig damit verbunden, dass wir einer Situation den Stempel “falsch” aufdrücken.

Wenn wir etwas als “falsch” bezeichnen, positionieren wir uns dazu auf ablehnende Weise. Das bewirkt, dass wir in einen inneren Modus kommen, der uns nicht mehr kreativ sein lässt. Stattdessen werden automatische Verhaltensmuster aktiviert:

Angreifen – Verteidigen – Totstellen (= so tun als wär nix passiert)“.

In diesem Modus ist unser Reptiliengehirn aktiv, wir sortieren unsere Mitmenschen in Freund und Feind, sind aufs Überleben ausgerichtet und haben keinen Zugang zu unseren höher entwickelten menschlichen Kapazitäten. Tragfähige Lösungen bleiben aus.

Der evolutionäre Ansatz basiert auf der Annahme,
dass nichts “falsch” ist.

Nichts ist falsch? Wie soll das gehen?

 

Wenn ich etwas nicht als falsch ansehe, sondern einfach als

veraltet

dann eröffnen sich vollkommen andere Möglichkeiten.

Wenn mir etwas nicht gefällt, weist es mich auf die Notwendigkeit hin, mich oder mein Umfeld weiter zu entwickeln. Dies kann das Aneignen von Fähigkeiten sein, das Schaffen neuer Strukturen, das Verändern einer inneren Einstellung.

Persönliches Beispiel: Vor einer Weile lief auf meinem etwas älteren Mobiltelefon die Deutsche-Bahn-App nicht mehr. Ich hatte zwei Möglichkeiten:

a) Falsch-Modus

Angriff: “So ein blödes Handy, das ist überhaupt nicht dafür geeignet, die neusten Apps zu nutzen. Diese Deppen bei der Deutschen Bahn, können die nicht ihre Updates so bauen, dass sie auf meinem Modell auch noch funktionieren?! Immer der Ärger mit den Handys. Kaum hat man sich an eins gewöhnt, schon soll man sich wieder ein neues holen. Das ist ja alles nur Geldmacherei! …”

Was passiert?

Die Laune geht in den Keller, die Zuhörenden sind genervt (oder beklagen sich auch; eine Nörgelgruppe der Handy-Geschädigten findet sich zusammen), es vergeht Zeit, wertvolle Energie wird verbraucht und die App… läuft nicht.

b) Evolutionärer Modus

“Oh, die App funktioniert ja gar nicht mehr nach dem Update. Mist. Dabei mag ich mein altes Handy so gern. Schade… Na, es hat sich ja schon länger angebahnt. Die Kamera ist auch nicht mehr auf dem heutigen Stand. What’s App stürzt manchmal ab. Zeit für mehr Kapazität. Dann muss ich mich aber an ein neues Modell gewöhnen. Das will ich gar nicht! Mmmh, gehört halt dazu bei Technologie. Eigentlich gut, dass die Bahn ihre Software immer optimiert. All die neuen Apps, die dann bei mir laufen – super! Was ich wohl noch alles machen kann mit dem neuen Handy? Welche Features soll mein neues Modell eigentlich haben?”

Was ist anders?

Eine Grundhaltung von Neugier und Offenheit für Veränderung bestimmt die Perspektive. Leben wird erfahren als ständige Möglichkeit zur Weiterentwicklung.

Auf dieser Basis sind wir agil, lernbereit und kreativ. Energie wird eingesetzt zum Gestalten von Möglichkeiten.

Manchmal leichter gesagt als getan

Je nach Lebensbereich fällt eine solche Haltung leichter oder schwerer. Wenn die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung in einem Team deutlich wird oder in einer gesamten Organisaion, dann kann die Hemmschwelle dafür ganz schön hoch sein.

Wie finde ich heraus, wo eine Weiterentwicklung ansteht?

Folgende Fragen können helfen.

Stopp! Am besten nicht nur lesen, sondern die Gelegenheit nutzen:
Fragen kopieren, in Word einfügen, direkt beantworten. (Dauer: 3 min)

  1. Was läuft nicht gut? Worüber beschwere ich mich regelmäßig?
  2. Was hat sich verändert, so dass diese Angelegenheit zu einem Ärgernis geworden ist?
  3. Welche Entwicklung habe ich / haben wir bisher nicht vollzogen?
  4. Was brauche ich / was brauchen wir, um diesen Schritt gehen zu können?
  5. Welchen winzig kleinen ersten Schritt kann ich machen – jetzt sofort oder innerhalb der nächsten 24 Stunden – um diese Entwicklung zu ermöglichen?